Für die AfD ist der Islam ein Welteroberer!

Die AfD - Alternative für Deutschland - warnt vor der Islamisierung Deutschlands.

Nach den Thesen der AfD wird Deutschland und Europa zur Zeit vom Islam überrannt. Alleiniger Zweck sei der "Masterplan" des Islam, die restliche Welt zu islamisieren. So stehe es schon im Koran.

Viele Menschen in Europa sehen darin eine reale Gefahr und haben Angst davor. Angst ist immer ein schlechter Berater, weil sie den Menschen aus evolutionären Gründen darin einschränkt, rational zu denken. Deswegen lohnt es sich auch nicht, mit einem von dieser Angst ergriffenen Menschen eine Diskussion zu starten, ob seine Angst real ist oder nur ein Hirngespinst Er wird nicht von seiner Angst weichen und jede Argumentation als "links-liberal-versifft" abtun.

Deshalb nur ganz kurz: Der Islam strebt keine Weltherrschaft an!

Der Nationalsozialismus hat sich der Behauptung eines sogenannten Weltjudentums und seines Weltherrschaftsstrebens zu Eigen gemacht, um seine wirren Rassentheorien zu rechtfertigen. Die AfD macht dies nun genau auf die selbe perfide Art mit seinen Behauptungen über den Islam.

Sie bedient sich dabei gerne Aussagen von Islam-Kritikern, wie z.B. Hamed Abdel-Samad, der gerne auch in Talkshows seine absurden Thesen zum Islam von sich gibt, aber noch nie in einer islamwissenschaftlichen Arbeit zitiert wurde. Weil es eben nur Thesen sind! Wissenschaftlich lassen sie sich in keinster Weise belegen.

Und selbst von diesem durch die AfD und ihren Wählern gern zitierten Herrn wurde einst gesagt:
"Die meisten Muslime sind friedlich, aber nicht weil sie Muslime sind, sondern obwohl sie Muslime sind"

Genau das Gleiche kann man über Christen auch sagen. Denn hätte es nicht das Zeitalter der Aufklärung gegeben, wären wir ebenfalls eine Religion, deren Ziele nicht ausschließlich friedlich sind. Und selbst danach war der Missionarisierungsgedanke des Christentums - z.B. während der Kolonialzeit - nicht gerade friedlich.

Und so sollten wir auch den Islam als eine Religion betrachten, die sich in den letzten hundert Jahren in einen andauernden Umbruch befindet. Aber der moderate - von den meisten Muslimen gelebte - Islam besitzt keine Weltherrschaftsansprüche oder einen Unterdrückungswillen Andersgläubiger. Das ist eine Lüge - nicht zuletzt der AfD.

Wie sähe denn der "Masterplan" des Islam aus? Ist der überhaupt umsetzbar?

Nun ist man aber dennoch überzeugt davon, dass der Islam so ist, dass sich alle Muslime dieser Welt - egal ob Sunniten, Schiiten oder einer anderen Glaubensrichtung angehörig, die sich ja gerne selbst bekriegen - zu einem Kollektiv eines Willens - nämlich der Weltherrschaft - zusammen geschlossen haben. Durch alle Bevölkerungs- und Bildungsschichten. Hier würde ein rational denkender Mensch bereits aussteigen und denken, was für ein schwachsinniges Konstrukt, aber für den durch Angst eingeschränkten Menschen soll das jetzt mal reflektiert werden.

In unserer konstruierten Annahme soll das erste Ziel dieses "kollektivierten" Islam Deutschland sein. Also benötigen wir zunächst die für diese entsprechenden Zahlen.

Wie viele Glaubens-Muslime gibt es zur Zeit in Deutschland?

Von den Einwohnern in Deutschland mit Migrationshintergrund sind nach einer Studie des BAMF zur Zeit nur 4,4 bis 4,7 Millionen Muslime.

Dies ist die Zahl der Konfessionsangehörigkeit und müsste weiter runter gerechnet werden, da die AfD sich ja als nicht rassistisch sieht, aber eine Zuordnung zum Islam auch bei nicht gelebtem Glauben nichts anderes wäre als eben Rassismus. Da es darüber aber nur ungenaue Schätzungen gibt (etwa ein Drittel), nehmen wir für unsere Annahme den Worst Case, gehen also von 4,7 Millionen streng gläubigen Muslimen aus, die sich Deutschland und die Ungläubigen unterwerfen wollen.

1. Schritt des angeblichen Masterplans

Der erste Schritt soll das Fußfassen von Muslimen im anvisiertem Land sein, d.h. mindestens 8% Bevölkerungsanteil an Muslimen mit politischem Einfluss in Deutschland. Politischer Einfluss setzt eine Wahlberechtigung und die Möglichkeit einer Parteigründung voraus, die die eigenen Interessen vertritt. Also die deutsche Staatsbürgerschaft.

Von den 4,7 Millionen Muslimen in Deutschland besitzen etwa ein Viertel die deutsche Staatsbürgerschaft, also ca. 1,17 Millionen. Bei ca. 82 Millionen Einwohnern wären das zur Zeit 1,43%. Da besitzt unsere Demokratie schon mal einen Schutzmechanismus, nämlich die Fünf-Prozent-Klausel, so dass bei 1,43% eine eventuelle Partei des Islam in keinem deutschen Parlament vertreten und politisch fast keine Einflussnahme möglich wäre. Der erste Schritt wäre zur Zeit also noch in der Durchführungsphase.

Was muss geschehen, um 8% Muslime in Deutschland Fuß fassen zu lassen?

Um das Ziel des ersten Schrittes erreichen zu können, müssen also noch weiter 6,57% der Gesamtbevölkerung Deutschlands an Muslimen die deutsche Staatsangehörigkeit erlangen. Selbst wenn alle zur Zeit in Deutschland lebenden Muslime auf einen Schlag die deutsche Staatsangenhörigkeit erhalten würden, wären es immer noch nur 5,7%. Auch dann würden noch 2,3% Prozent weltherrschafts-ambitionierte Muslime fehlen, also müssten noch weitere ca. 2 Millionen nach Deutschland folgen.

Nur mal zur Veranschauung als Beispiel: Das wären ca. 12% der jetzigen syrischen Bevölkerung. Und diese müssten dann auch noch gleich die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Man sieht, alleine der erste Schritt des Masterplans einer Übernahme Deutschlands durch den Islam ist mit soviel Wenn-Und-Aber behaftet, dass man davor gar keine Angst haben kann. In unserer Annahme ist dieser Schritt nun aber dennoch ebenfalls durchgeführt. Alle in Deutschland lebenden Muslime haben die Staatsbürgerschaft bekommen und gründen eine Partei, die ihre Interessen vertreten soll. Diese darf keine verfassungsfeindlichen Ziele verfolgen und muss sich an die freiheitlich-demokratische Grundordnung halten, um überhaupt zugelassen zu werden.

Dass sich das nicht immer so einfach gestaltet, wenn man sich am Rand des Systems bewegt, weiß die AfD aus eigenen Ambitionen gut genug. Aber auch das wird in unserer Annahme umgesetzt und es sitzt eine islamische Partei, die erneut natürlich kollektiv durch die komplette Glaubensgemeinschaft des Islam in Deutschland gewählt wurde, mit 8% in deutschen Parlamenten.

2. Schritt des angeblichen Masterplans

Mit Hilfe dieser Partei will der Islam nun unser System unterwandern. Laut AfD ist eine allein gestellte Partei selbst mit 15% zunächst einmal Opposition, die keine konkreten politischen Lösungen kommunizieren muss, weil sie diese zunächst nicht durchsetzen könnte. Wir sagen mal, man bräuchte mindestens 20% Stimmanteile, um eigene Partei-Interessen auch in politische Entscheidungen umzusetzen.

Um dieses Ziel zu erreichen, benötigte der Islam weitere 11,5 Millionen Muslime in Deutschland, die natürlich wieder die deutsche Staatsangehörigkeit bekämen.

Nur mal wieder zur Veranschauung als Beispiel: Das wären jetzt ca. 79,4% der jetzigen syrischen Bevölkerung. Dieses Land wäre jetzt bereits fast nicht mehr existent. Und mal kurz zusammen gefasst, um nur ein europäisches Land so zu unterwandern, so dass ein weltherrschafts-ambitionierter Islam mit 20% Stimmanteile politisch mit entscheiden könnte, müsste sich ein ganzer islamischer Staat komplett auflösen.

WER JETZT NOCH AN DIE HARNEBÜCHENDE THESE EINER AMBITION DES ISLAM NACH WELTHERRSCHAFT UND DER UMSETZBARKEIT DIESER GLAUBT, BENÖTIGT DRINGEND PROFESSIONELLE HILFE! Hiermit ist die Annahme auch mal beendet, denn mit solchen irrsinnigen Zahlen zu jonglieren, macht einen selbst ganz irre. Und auch wenn die AfD anführt, dass die Geburtenrate bei islamischen Familien viel höher sei und so eine Übernahme schleichend vor sich ginge, ist das wieder nur eine These, die schnell widerlegt ist. Denn statistisch ist es so, dass schon die erste Generation von Familien mit Migrationshintergrund ein Familienbild mit bis zu zwei Kindern zeigt, das eine negative Bevölkerungsentwicklung hervorruft.

AfD, eure Islamisierungsthese ist schlichtweg falsch!

Klar, Terrorismus ist eine Angst, die zu mindestens berechtigt ist. Aber wir leben nun mal in einer Zeit, in der Terrorismus leider ein Teil unserer Wirklichkeit ist und der, auch wenn er im Namen des Islams verübt wird, mit dem Islam an sich oder seinem "angeblichen" Weltherrschaftsanspruch nichts zu tun hat. Und er lässt sich auch nicht verhindern, indem man den Islam ausgrenzt, Flüchtlinge nicht mehr nach Deutschland lässt oder alles fremde verteufelt.

Es gibt keinen 100%-igen Schutz gegen Terrorismus! Ein Terrorist wird sich nicht durch Schlagbäume und Passkontrollen aufhalten lassen und wird immer einen Weg an sein Zeil finden. Man kann nur die Ursachen für Terrorismus beseitigen und dafür bedarf es einer offenen und ehrlichen Politik, die die Fehler der Vergangenheit aufarbeitet, aber keine der Abgrenzung mit fehlendem Verantwortungsbewusstsein!