Alternative für Deutschland - kurz AfD

Sollte da der Name nicht Programm sein? Wir sehen da keine Alternativen!

Wenn man sich mal das Programmheftchen der AfD genauer anschaut, dann fällt einem als Erstes auf, dass es im gesamten Programm nur Kritik am Bestehenden, aber nicht einen einzigen Lösungsansatz gibt. Eigentlich könnte es auch "Unser Meckerheftchen" heißen. Nun ist ja die AfD der Überzeugung, dass viele ihrer Wähler nicht davon ausgehen, dass die AfD selbst bei einer Regierungsbeteiligung die von ihr angesprochenen Probleme lösen kann. Wie bitte? Wovon sollen denn die Wähler ausgehen? Dass sie ein paar Büttenredner in die Parlamente schicken, damit der Rest der Republik Spaß hat?

Hält die AfD ihre Wähler denn für dumm?

Das könnte man zumindest annehmen, wenn man in ihrem Strategiepapier liest. So heißt es, dass es hinsichtlich des Wahlerfolges nicht darum ginge, "zu den zentralen Themen differenzierte Ausarbeitungen und technisch anspruchsvolle Lösungsmodelle vorzulegen und zu verbreiten, die nur Spezialisten aus der politischen Klasse interessieren, die Wähler aber überfordern. Zu umfassende Antworten bergen die Gefahr, sich in technische Details zu verlieren." Aha!

Hinzu kommt, dass die AfD wirtschaftliche und soziale Themen im Wahlkampf meiden will, um ihre Wählerschaft nicht zu entzweien. Das mag sicher ein Grund sein, denn wenn man sich mal mit dem neoliberalem Ansatz eines Steuersystems der AfD auseinander setzt, wird einem schnell klar, dass soziales nicht gerade ein Thema der AfD sein kann, um Wählerstimmen bei den Wählern mit niedrigem Einkommen zu gewinnen. Aber wir sind auch hier der Meinung, dass es eben auch dort keine wirklich ausgereiften Lösungen seitens der AfD gibt, da sich hier ihre Forderungen im Programm teils widersprechen. Jedenfalls, wenn man es später auch alles bezahlbar machen möchte.

Es sollen also gar keine "alternativen" Lösungsvorschläge erarbeitet werden, sondern die AfD versteht sich als rein kompetitive Opposition, die sich von der Regierung absetzt und deren Fehler aufzeigt.

Das heißt also, die AfD versteht sich als eine Opposition, die nicht in der Lage sein wird, die Regierung kurzfristig abzulösen. Diesen Willen und dieses Ziel sollte eine Opposition aus eigenem Interesse aber ständig im Auge haben. Aber ohne Lösungen für aufgezeigte Probleme ist es eben nicht umsetzbar. In unseren Augen eine Mogelpackung, wenn man sich als "Alternative" anpreist.

Welche Alternativen bietet denn nun die AfD zu den Alt-Parteien?

Wenn es schon keine Lösungen oder Lösungsansätze zu bestehenden Problemen seitens der AfD gibt, dann sollte man doch annehmen, dass wenigstens die Themen in ihrem Parteiprogramm Alleinstellungsmerkmale besitzen, die sie von den anderen Bundesparteien soweit abhebt, dass sie eine echte Alternative sein mögen.

Jeder, der sich einen Tag hinsetzt, ein wenig googelt und in den Programmen anderer Parteien recherchiert, ist in der Lage ein dem Programm der AfD entsprechendes Heftchen aufzusetzen. Gut, derjenige muss sich jetzt damit nicht gegen andere Parteimitglieder durchsetzen, aber vom inhaltlichen Wert hätte er mit Sicherheit ein ähnlich aussagekräftiges Paket zusammen geschrieben. Wir wollen hier nicht auf die einzelnen Punkte des Programms der AfD eingehen, denn das wurde auf dieser Website schon sehr gut umgesetzt, aber - wie auf der verlinkten Website zusammengefasst - sind die folgenden Themen die einzigen wirklichen Alleinstellungsmerkmale:

Und das sollen wählbare Alternativen sein?

Man kann zu den gelisteten Themen eine eigene Meinung haben, aber reichen diese wenigen Alleinstellungsmerkmale aus, um sich für einen Wähler als echte "Alternative" attraktiv genug zu machen? Wir glauben nicht! Das ist eher armselig. Das kann ein Büttenredner in seiner Kanzel in wenigen Minuten besser!