Die AfD auf Stimmenfang

Wie rechts darf eine Partei sein, um die Stimmen am rechten Rand einzufangen?

Es ist wenig sinnvoll immer gleich die Nazikeule zu schwingen, wenn es um die AfD geht. Denn es gibt sowohl unter den Mitgliedern als auch unter den Wählern genug politisch gemäßigtere Menschen, die dadurch nur noch mehr zu ihrer Partei halten, weil sie das anders sehen.

Dass es aber rechtsextreme Tendenzen gibt, kann man kaum leugnen!

Insbesondere bei den Anhängern der AfD, die sich auf deren Facebookaccount auslassen, gibt es eine Menge an rechtsextremen Äußerungen. Niemand kann sagen, es sei seine Angst, die ihn dazu treibt, fremdenfeindliche Bemerkungen wie "Eselficker-Pack" oder "Ziegenficker-Pack" zu verwenden. Nein! Das sind und bleiben fremdenfeindliche und diskriminierende Ausdrücke gegenüber Minderheiten. Und das, was man diesen Menschen in vielen Kommentaren wünscht, schießt weit über mein Verständnis von besorgten Bürgern hinaus. Und die AfD hat kein Interesse, diese Kommentare zu löschen oder nimmt auch nur Stellung dazu. Solche Beschimpfungen und Verunglimpfungen werden bewusst akzeptiert und zugelassen, damit auch solche Menschen mit rechtsextremen Gedankengut in der AfD eine politische Heimat sehen.

Die AfD distanziert sich nicht von solchen rechtsextremen Gedankengut!

Und das Bild des Islam, dass durch die AfD gezeichnet wird, ähnelt eben sehr dem sogenannten Weltjudentum, wie er von den Nazis im dritten Reich proklamiert wurde. Die AfD schürt die Ängste der Menschen, die nicht so rechtsextrem sind, um sich ebenfalls in deren Gedankengut wieder zu finden. Deshalb fordert sie auch zur Nichteinhaltung politischer Korrektheit auf und suggeriert, dass man ansonsten nicht die Wahrheit sagen könne. Was hat denn "Eselficker", "Gelumpe" oder "Dreckspack" mit Wahrheit zu tun? Für uns ist das eine Frage des Respekts anderen Menschen gegenüber und eine der guten Kinderstube, durch die wohl einige AfD-Anhänger mit dem D-Zug gerauscht sind.

Die AfD verwendet wieder offen Begriffe der Nazizeit!

Wenn ein Herr Poggenburg vom "Geschwür am Volkskörper" spricht oder eine Frau Petry "völkisch" wieder positiv besetzt wünscht, dann finden wir uns genau wieder in der Terminologie des dritten Reiches. Das lässt sich auch leicht bei Google Nsgram prüfen. Und "blonde, blauäugige Frauen", wie sie Herr Höcke als das Abbild der deutschen Frau sieht, sind doch wohl eher in der Sprache der Nazis Merkmale der arischen Rasse gewesen.

Politisch Andersdenkende sind für die AfD keine politischen Gegner, sondern Feinde des deutschen Volkes und Volksverräter!

Eine solche Enthemmung und Verrohung der Sprache dient nicht der mutigeren Kommunikation von Wahrheiten, sondern alleine der Herabwürdigung und Entmenschlichung Andersdenkender und Fremder. Sie sind der erste Schritt zur Enthemmung und Verrohung der Taten. Die "Anderen" dürfen wieder entwertet, ausgegrenzt und angegriffen werden. Die Ängstlichen brauchen die Erhebung über die Anderen - Das Wir-Sind-Wer-Gefühl -, um ihre Aggressionen frei- und in Gewalt umzusetzen. Die AfD bedient sich dieser Vorgehensweise und bindet dadurch rechtsextreme Wähler und spielt mit dem Feuer.

Wir wollen gar nicht sagen, dass die AfD eine Partei voller Nazis ist, aber..

...sie möchte den rechten politischen Rand - die braun Gefärbten - für sich als Wählerstimmen gewinnen und auch behalten. Nur so ist es zu erklären, dass sie sich nicht eindeutig von rechter Gesinnung auch in den eigenen Reihen auf eine Weise distanziert, dass sie als Partei nicht mehr als rechtsextrem oder neo-nationalsozialistisch wahrgenommen wird. Dann würde sie diese verlieren und das wären mindestens 20% - 30% ihrer Wähler. Und weil der Rechtspopulismus und die AfD genau diese rechtsextreme Gesinnung bedient und damit die Hemmschwelle zur echten Gewaltanwendung senkt, wollen wir dem Rechtspopulismus in Deutschland keinen Platz zugestehen.

Rechts gehörte leider, aber gehört nie wieder zu Deutschland!

Als Andersdenkender wird man gerne gleich als unpatriotisch bezeichnet. Gleich welcher Meinung man von Frau Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik sein mag, - und hier kann ich nur als Einzelperson Björn Traut meine Meinung äußern - ihr "Wir schaffen das!" implementiert Alles, was man ihr abspricht. Das Vertrauen zu haben, dass wir als Deutsche zusammen eine solche Aufgabe bewältigen werden und können, ist für mich patriotisch und mutig. Dass man, wenn man von "etwas schaffen" spricht, damit auch gleich sagt, dass es nicht einfach werden wird, dass es Probleme geben wird und dass es eines großen Kraftaktes bedarf, sollte bei ihren Worten auch bei fehlenden Details jedem klar geworden sein. Dadurch wurde nichts beschönigt.

Deutschland hat mehr zur Lösung des Flüchtlingsproblems und zur Abwendung einer humanitären Katastrophe an den europäischen Grenzen beigetragen und schneller gehandelt, als jedes andere europäische Land. Und diese Aufgabe hat es trotz aller Probleme bis hierher auch den Umständen entsprechend gut bewältigt. Das macht mich stolz auf Deutschland! Sich abschotten, die Grenzen dicht zu machen, vor der Verantwortung die Augen zu verschließen, alles Fremde abzuwerten und sich über den Rest der Welt zu erheben, das ist für mich unpatriotisch, feige und extrem fehlgeleitet nationalistisch! Für ein solches Land würde ich mich schämen!